Als neuer Kapellmeister wurde im März 1962 Karl Probach aus Remscheid gewonnen, der die Zuversicht auf weitere erfreuliche Entwicklung zu vermitteln vermochte. Leider erkrankte Karl Probach Ende 1964 so schwer, dass er die Leitung nicht beibehalten konnte. Eine zweite führungslose Zeit innerhalb von 2 Jahren vermochte das Orchester kaum zu verkraften, zumal auch einige Leistungsträger durch berufliche Wechsel nicht mehr zur Verfügung standen.
Die Feuerwehrkapelle stürzte danach in eine tiefe Krise und war nicht mehr spielfähig. Es wurde überlegt, eine Auflösung des Orchesters in Betracht zu ziehen. In dieser Lage zog unser jetziger Senior und damaliger Schriftführer, Ernst Müller, alle Register seiner Überredungskünste, weiterhin zusammenzubleiben und zu proben - so schwierig das auch war. Auf sein Drängen hin übernahm Gerd Bornewasser die musikalische Leitung; zugleich stellte Ernst Müller in seinem Haus einen Raum zur Verfügung, in dem die kleine verbliebene Schar proben konnte. Denjenigen, die diese Jahre miterlebt haben, wird die Zeit unvergessen bleiben. Besonders diesem Umstand ist es zu verdanken, dass das Feuerwehrorchester nunmehr 100 Jahre alt werden darf.
Das Orchester hat die Zeit bis Anfang 1966 genutzt, sich unter der Führung des damaligen Vorsitzenden Willi Bertelt am "eigenen Schopf" emporzuziehen; auch schlossen sich einige Musiker an, die den angestrebten Neuanfang erleichtern halfen. So konnte dann 1966 in ansprechender Weise das 75jahrige Jubiläum gefeiert werden, zu dem wir in der Zeit yom 03.06.1966 bis 05.06.1966 ein großes Zeltfest ausrichteten. Dabei war die Stadtkapelle Oppenau unser Gast, wohl auch deshalb, weil die alte Spielfähigkeit der Feuerwehrkapelle noch nicht ganz wieder hergestellt war. Allerdings war die Kapelle in Grenzen wieder einsatzfähig und konnte zum Jubiläum wieder an die Öffentlichkeit treten. Und die Entwicklung ging weiter aufwärts.
Bereits im Mai 1967 konnten wir zu einem Gegenbesuch nach Oppenau fahren, dort konzertieren und uns über anerkennende Kritiken freuen. Das war für die Aktiven sehr bedeutsam, weil die Stadtkapelle Oppenau als Kurorchester im gesamten südlichen Schwarzwald und darüber hinaus bekannt war. Das Publikum war dementsprechend "verwöhnt" und hat uns herzlich akzeptiert. Dazu muss man wissen, dass die Instrumentalmusik im Süden unseres Landes bereits damals und besonders heute eine herausragende Rolle spielt und von ausgeprägter gesellschaftlicher Anerkennung getragen ist.
Anfang 1968 hat sich das Orchester wieder stabilisiert und erhielt den Saal des früheren Gerätehauses als Probenraum zur Verfügung gestellt. In einer damals sehr bekannten Fernsehreihe "Spiel ohne Grenzen" konnte die Stadt Radevormwald eine Mannschaft stellen, die am 03.05.1970 gegen eine Mannschaft aus Bocholt zu einem Wettkampf antrat, der auf dem Sportplatz Kollenberg ausgetragen worden ist. Als Auftakt zu dieser großen Veranstaltung gab das Feuerwehrorchester am Vormittag des Wettkampftages ein Konzert in der damals noch neuen Geschwister-Scholl-Schule. Gleichzeitig war uns die Aufgabe gestellt, die Vorspannmusik vor Beginn des Wettkampfs auszuführen. Das war zugleich unser erster kleiner Auftritt in den Medien, mit dem Titel "Auf einem persischen Markt". Obwohl das Stück langsam weggeblendet wurde, hat uns die Teilnahme an dieser Veranstaltung sehr begeistert. Die Radevormwalder Mannschaft fuhr noch in diesem Jahr zu gleichartigen Veranstaltungen nach Verona und Avignon.
Am 05.09.1970 übernahm Kurt Krause die Leitung des Orchesters, die er bis zu seinem Tod am 14.12.1988 ausgeübt hat.